Fokus bedeutet, deine ganze Aufmerksamkeit auf genau eine Sache zu richten, die dir in diesem Moment wichtig ist.
Worauf deine Aufmerksamkeit gerichtet ist, bestimmt auch deine Realität.
Deine Realität wird von deiner gerichteten Aufmerksamkeit erschaffen.

Warum schenken wir negativen Erlebnissen oder negativen Gedanken so viel Aufmerksam?

Hier spreche ich nicht von schweren Schicksalsschlägen, sondern von den alltäglichen negativen Gedanken wie:
Das ist mir alles zu viel. Ich schaffe das nicht. Ich bin nicht gut genug. Keiner versteht mich. Dieses Ziel werde ich nie erreichen.

Wenn deine Aufmerksamkeit auf die negativen Gedanken gerichtet ist, wie oben als Beispiel angeführt, wird sich deine Situation bestimmt nicht verbessern.
Deine Realität wird vermutlich Stress erzeugen, oder du wirst sehr unzufrieden mit dir selbst sein.

Die Art und Weise wie du auf bestimmte Ereignisse reagierst verursacht dein Leid.

Also möchtest du Stress erzeugen, dich ständig rechtfertigen, leiden und unzufrieden sein?
Oder bevorzugst du lieber deinen Fokus auf deinen eigenen Einflussbereich zu richten?

Negative Gedanken, negative Situation passieren immer wieder. Es ist jedoch deine Art und Weise wie du darauf reagierst, was einen unangenehmen Umstand hervorrufen kann.

Verdrängen von negativen Gedanken ist aber auch keine Lösung.

Du sagst dir: Das ist mir alles zu viel!
Bei Verdrängung lehnst du diesen Gedanken ab und versuchst vermutlich noch mehr in kürzer Zeit zu schaffen. Ich erledige das alles, muss nur noch früher aufstehen und später ins Bett gehen. Auch dadurch entsteht in dir Druck.

Wie fühlt sich für dich folgende Vorgehensweise an?

Gedanke: Das ist mir alles zu viel

Zugeständnis: JA jetzt ist mir alles zu viel. Und ich habe viele Erledigungen zu machen.

Was machst du aber im nächsten Schritt zu deiner Realität?

Du legst den Fokus auf deine Lösung!

Lösung:

Was ist genau jetzt wichtig zu erledigen?
Was soll zuerst gemacht werden, um dadurch meine Lebensqualität zu steigern?
Ich mache das Wichtigste zuerst und fokussiere mich ganz aufmerksam darauf.

Andernfalls verlieren wir in diesen Situationen oft die Wahrnehmung, was tatsächlich wichtig ist.
Fühlen sich die Aufgaben häufig schwer und zu viel an, liegt es meistens daran, dass du die Wichtigen nicht von den unwichtigen Dingen trennen kannst – oder auch, sind deine Anforderungen an dich, aufgrund von Perfektionismus zu groß.

Ein sehr nützliches Hilfsmittel ist dabei, innezuhalten und tief durchzuatmen.

Dasselbe passiert in zwischenmenschlichen Beziehungen. Versuche auch hier wichtiges von unwichtigen zu trennen.
Ist es für dich wichtig, wenn jemand etwas Unschönes über dich sagt?
Ist es dir dann wichtig darauf zu reagieren?

Weißt du was meiner Meinung nach, viel wichtiger ist:

Deinen Fokus darauf zu richten, was du auch tatsächlich beeinflussen kannst. Sobald dich jemand schlecht behandelt liegt es nicht mehr in deiner Macht.
Dennoch liegt sehr wohl in deiner Macht, ob du darauf reagieren möchtest, oder ob der Fokus ganz bei dir bleiben soll.
Es ist dir möglich dein eigenes Gedankensteuer zu übernehmen und zu der Entscheidung zu kommen, dass dein Fokus vielmehr auf das gerichtet sein soll, was dich in deiner Lebensqualität bestärkt und voranbringt.

Lass den Gedanken zu, fokussiere dich auf deine Lösung und erschaffe dir selbst deine Realität.

Gedanke – Fokus – Lösung – Realität

 

Eine Geschichte von Jorge Bucay aus dem Buch „Komm, ich erzähl dir eine Geschichte“ beschreibt sehr gut wie es möglich sein kann seinen Fokus täglich zu praktizieren.

Die Geschichte vom Holzfäller

Es war einmal ein Holzfäller, der bei einer Holzgesellschaft um Arbeit vorsprach. Das Gehalt war in Ordnung, die Arbeitsbedingungen verlockend, also wollte der Holzfäller einen guten Eindruck hinterlassen.

Am ersten Tag meldete er sich beim Vorarbeiter, der ihm eine Axt gab und ihm einen bestimmten Bereich im Wald zuwies. Begeistert machte sich der Holzfäller an die Arbeit. An einem einzigen Tag fällte er achtzehn Bäume. »Herzlichen Glückwunsch«, sagte der Vorarbeiter. »Weiter so.«

Angestachelt von den Worten des Vorarbeiters, beschloss der Holzfäller, am nächsten Tag das Ergebnis seiner Arbeit noch zu übertreffen. Also legte er sich in dieser Nacht früh ins Bett.
Am nächsten Morgen stand er vor allen anderen auf und ging in den Wald. Trotz aller Anstrengung gelang es ihm aber nicht, mehr als fünfzehn Bäume zu fällen. »Ich muss müde sein«, dachte er. Und beschloss, an diesem Tag gleich nach Sonnenuntergang schlafen zu gehen. Im Morgengrauen erwachte er mit dem festen Entschluss, heute seine Marke von achtzehn Bäumen zu übertreffen. Er schaffte noch nicht einmal die Hälfte.
Am nächsten Tag waren es nur sieben Bäume, und am übernächsten fünf, seinen letzten Tag verbrachte er fast vollständig damit, einen zweiten Baum zu fällen. In Sorge darüber, was wohl der Vorarbeiter dazu sagen würde, trat der Holzfäller vor ihn hin, erzählte, was passiert war, und schwor Stein und Bein, dass er geschuftet hatte bis zum Umfallen.
Der Vorarbeiter fragte ihn: »Wann hast du denn deine Axt das letzte Mal geschärft?« »Die Axt schärfen? Dazu hatte ich keine Zeit, ich war zu sehr damit beschäftigt, Bäume zu fällen.«

Bist du nach dieser Geschichte noch immer der Meinung, dass du dir jetzt keine Auszeit gönnen sollst?

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